Hundesport – Geschichte und Disziplinen

Die ursprünglichste Disziplin des Hundesports ist die Jagd, die bereits seit geraumer Zeit nicht mehr zur Ernährung des Menschen notwendig ist, sondern einerseits als Freizeitvergnügen und anderseits zur Hege und Pflege der Wildbestände ausgeübt wird. Schon früh züchtete der Mensch verschiedene Hunde, die jeweils auf die unterschiedlichen Jagdarten abgestimmte Merkmale und Eigenschaften besaßen. In der Anfangszeit oblag es dem Hund nicht nur, die Beute aufzuspüren, sondern er war auch für das Erlegen der Beute verantwortlich. Als sich die Ausrüstung der Menschen mit der Zeit veränderte und Schusswaffen Verbreitung fanden, war das Erlegen der Beute durch den Hund nicht mehr erforderlich. Das Aufgabengebiet der Hunde verlagerte sich leicht: Immer noch waren es die Hunde, die die Beute aufspürten. Aber erlegt wurde sie dann vom Jäger selbst. Die Hunde kamen dann wieder zum Apportieren des erlegten Wilds zum Einsatz. Heute verrichten die Jagdhunde Vorstehdienste, Stöberarbeit, Apportierdienste und Schweißarbeit.

Auf Grundlage des Breitensports haben sich unterschiedliche Jagdvarianten entwickelt, wo Hunde nur noch zur Verfolgung von künstlich angelegten Fährten eingesetzt werden.

Die Jagd mit Hunden war ebenfalls die Basis für Hetzjagden, die auf Bären, Bullen oder Ratten veranstaltet wurden. Von den Römern wurden Hunde sogar für den Einsatz bei Gladiatorenkämpfen herangezüchtet. Derartige grausame Schauspiele sind seit mehr als 150 Jahren in den meisten Ländern streng verboten. Es jedoch immer noch Menschen, die den Hund nur auf sein Aggressionspotenzial reduzieren und Freude am Anblick kämpfender Tiere empfinden. Mit der gezielten Förderung der angeborenen Aggressivität des Hundes durch die selektive Zucht mit gewaltbereiten Hunden und eine anschließende „scharfe“ Abrichtung, gehen viele Gefahren einher. Nicht selten verliert auch der Hundehalter selbst die Kontrolle über den Hund und es kommt zu Angriffen auf Menschen, die tlw. sogar tödlich enden. Die Schuld ist dabei nicht bei den Vierbeinern zu suchen, sondern bei den Menschen, die die Tiere durch falsche Beweggründe falsch erziehen und nicht sorgfältig genug mit ihnen umgehen.

Auch die Hunderennen haben ihre Wurzeln in der Jagd. Bereits vor mehr 2.000 Jahren wurden Hunde auf Hasen gehetzt, wobei es Hundehaltern und Publikum nicht darum ging zu beobachten, wie die Hasen zur Strecke gebracht wurden, sondern man bewunderte die enorme Schnelligkeit der Hunde. Dabei kam es den Zuschauern natürlich sehr zu gute, wenn es zu einem Wettrennen zwischen den Hunden kam, wo der Hase die Möglichkeit zur Flucht nutzen konnte. Nachdem der Einsatz echter Hasen bei den Hunderennen verboten wurde, wurden Attrappen eingesetzt, die zu Anfang allerdings nur entlang einer geraden Bahn bewegt wurden. Bei einem derartigen Rennen wurden die Geschwindigkeitsunterschiede der einzelnen Hunde kaum deutlich, weshalb sich Wetten auf die Hunde nicht lohnte und der Sport zunächst ausstarb. Der Amerikaner O. P. Smith hatte dann in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts die Idee, die Hunde beim Rennen auf einem Rundkurs laufen zu lassen. Diese Form des Hunderennens setzte sich schon bald durch und ist noch bis heute populär.

Neben diesen klassischen Bahnrennen wird auch noch eine andere Art des Hunderennens durchgeführt, die als Coursing bezeichnet wird. Beim Coursing treten zwei Hunde gegeneinander an und verfolgen bzw. jagen eine Hasenattrappe. Dieser falsche Hase wird allerdings nicht entlang einer Bahn bewegt, sondern an einer speziellen Konstruktion gezogen, wodurch er Haken wie ein echter Hase schlägt. In dieser Disziplin stellen vor allem Windhunde ihre bemerkenswerten Fähigkeiten unter Beweis.

Hunderennen werden jedoch nicht nur für Windhunde veranstaltet, sondern auch für andere Hunderassen. Hierzulande finden Hunderennen nur auf Amateurebene statt. In vielen anderen Ländern wird dieser Hundesport auch professionell betrieben.

Die Geschichte der Schlittenrennen mit Hunden hatte ihren Anfang zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Ursprünglich wurden Schlittenhunde wie der Siberian Husky oder der Alaskan Malamute von den Eskimos als Zugtiere eingesetzt. Bei den Schlittenrennen macht man sich diese Fähigkeiten der Hunde zunutze und gibt ihnen gleichzeitig die Gelegenheit ihren enormen natürlichen Bewegungsdrang auszuleben. In Nordamerika und Europa sind Schlittenrennen mit Hunden sehr verbreitet und erfreuen sich einer großen Beliebtheit. Das Wetter spielt dabei heutzutage keine Rolle mehr. Neben den traditionellen Schlittenrennen mit Hunden, die auf Schnell abgehalten werden, gibt es auch in den wärmeren Monaten Schlittenrennen, wobei modifizierte Schlitten mit Rollen verwendet werden.

Für Hirten- und Hütehunde werden im Rahmen des Hundesports Hütehundwettbewerbe durchgeführt, die sich wie die Schlittenrennen am ursprünglichen Einsatzgebiet der Hunderassen orientieren. Schäfer und Hund bilden dabei ein Team, das eine Gruppe von Schafen über einen Parcours in freiem Gelände leiten muss. Im Ursprung hatten derartige Prüfungen den Zweck, neue Hirtenhunde abzurichten. Heute sind Hütehundwettbewerbe populäre Sportveranstaltungen, die in erster Linie in Australien, Nordamerika, Großbritannien oder Irland durchgeführt werden.

Zu den Disziplinen im Hundesport werden auch die Prüfungen zum Begleithund und die Prüfungen zum Schutzhund gezählt. Im Rahmen einer Begleithundeprüfung, wird der Hund auf das Alltagsleben mit seinem Hundehalter vorbereitet. Durch eine Schutzhundeprüfung soll der Hund Unterordnung lernen und die Fähigkeiten für den Schutzdienst und die Fährtenarbeit erwerben.

In den Obedience-Prüfungen im Hundesport ist der Nachweis zu erbringen, dass der Hund verschiedenen Befehlen folgt. Diese Befehle übt der Hundehalter im Vorfeld des Wettkampfes mit dem Hund ein, wodurch nebenbei die Beziehung im Alltag zwischen Mensch und Hund gefördert wird.

Verschiedene Geschicklichkeitswettbewerbe für Hunde ergänzen die Disziplinen des Hundesports. Bei Veranstaltungen dieser Art steht in erster Linie der Spaß im Mittelpunkt. Besonders populär hierbei sind die so genannten Agility-Wettbewerbe, wobei Hund und Mensch gemeinsam einen Hindernisparcours bewältigen müssen.