Proteine / Eiweiße in der Ernährung des Hundes

Bei den Proteinen handelt es sich um lange Moleküle, die sich aus Ketten kleinerer Einheiten zusammensetzen, die als Aminosäuren bezeichnet werden. Ingesamt werden circa 20 verschiedene Aminosäuren unterschieden. Weil jedoch aus jeder Kombination ein Protein mit speziellen Charakteristika entsteht, gibt es eine nahezu unbegrenzte Vielfalt von Proteinen.

Proteine gehören zu den wesentlichen Bestandteilen der Zellen, die das Körpergewebe bilden. Sie erfüllen verschiedene wichtige Aufgaben bei der Regulierung des Stoffwechsels (wie Enzyme und einige Hormone). Proteine nehmen Einfluss auf die Strukturbildung der Zellwände und Muskelfasern, sie wirken beim Transport wichtiger Materialien ein und unterstützen die körperliche Abwehr gegen Krankheiten.

Junghunde, tragende und säugende Hündinnen haben bezogen auf ihr Gewicht einen höheren Proteinbedarf als normale ausgewachsene Hunde, was damit zusammenhängt, dass für den Aufbau von neuem Gewebe und für die Milchproduktion Proteine benötigt werden. Aber auch jeder andere ausgewachsene Hund ist auf die Zufuhr von Proteinen angewiesen, um diejenigen zu ersetzen, die tagtäglich vom Körper abgebaut werden. Proteine gehen darüber hinaus auch über den Urin, im Stuhlgang und durch Haarwachstum verloren.

Hundefutter sollte nach der Proteinqualität bewertet werden. Die Proteinqualität ergibt sich in erster Linie aus der Verdaulichkeit und den Profilen der Aminosäuren. Verdauliches Protein wird im Körper über die Darmwände absorbiert und geht nicht über den Kot verloren. Bei der Verdaulichkeit des Proteins durch den Hund gibt es große Schwankungen (zwischen niedrigen 50% bei einigen Cerealien und hohen 90% bei Milchprotein und Ei-Protein).

Am Aminosäureprofil lässt sich ablesen, welche der 20 Aminosäuren im Protein enthalten sind. Dieses ist besonders wichtig bei den 10 Aminosäuren, die für den Hund essentiell sind. Der Körper ist nicht in der Lage essentielle Aminosäuren in ausreichenden Mengen selbst zu synthetisieren. Deshalb müssen dem Körper diese Aminosäuren über die Nahrung zugeführt werden. Auch nicht-essentielle Aminosäuren sind notwendig. Der Körper ist jedoch in der Lage nicht-essentielle Aminosäuren selber zu synthetisieren, wenn sie in den Rohmaterialien ausreichend vorhanden sind (Überschuss an Aminosäuren und Nicht-Protein-Nitrogen).

In Milch und Eiern sind die größten Bestandteile wichtiger Aminosäuren enthalten. Cerealien enthalten die wenigsten. Daraus sollte man jedoch nicht ableiten, dass der Hund lediglich mit Fleisch, Eiern und Milch gefüttert werden sollte. Falls Cerealien den Hauptbestandteil der Ernährung bilden, sollte jedoch unbedingt auf eine vernünftige Mischung geachtet werden.

Beim Hund kann Proteinmangel von ungenügenden, in der Nahrung enthaltenem Protein oder durch Knappheit bestimmter Aminosäuren verursacht werden. Für einen Proteinmangel gibt es kaum charakteristische Anzeichen. Schlechtes Wachstum, Gewichtsverlust, Appetitverlust, raues, stumpfes Fell oder eine erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten können auf einen Proteinmangel hindeuten.

Erhält der Hund mehr Protein als sein Körper benötigt, so wird dieses nicht in zusätzliche Muskulatur sondern in Fett umgewandelt und als Fettgewebe gespeichert. Zusätzliches Protein, das über die körperlichen Anforderungen hinausgeht, sollte dementsprechend nicht gefüttert werden.