Was für ein Hundetyp passt zu mir?

Viele Hunderassen sind für spezielle Verwendungszwecke gezüchtet worden. Selbst, wenn die Hunde heute als Familienhunde oder auf anderen Gebieten eingesetzt werden, ist häufig noch viel von den ursprünglich erwünschten Eigenschaften vorhanden. Lesen Sie in diesem Artikel mehr über verschiedene Hundetypen und ihre Besonderheiten, um eine bessere Vorauswahl vor der Anschaffung des Hundes treffen zu können.

Doggenartige Hunde
Doggenartige Hunde wurden in der Antike als Kriegshunde eingesetzt. Von den Römern wurden sie zu Tierkämpfen verwendet. Auf der Großwildjagd machte der Mensch sich ebenfalls die Schärfe der doggenartigen Hunde zu Nutze. Heute sind leider viele Hunderassen, die zu den doggenartigen Hunden gehören, durch falsche Erziehung, Behandlung und Verwendung in Misskredit geraten. Üblicherweise sind doggenartige Hund relativ schwierig zu provozieren. Wenn sie allerdings einmal in Kampfstimmung gebracht wurden, sind sie jedoch auch nur noch schwer zu bändigen. Bei derartigen Hunden ist eine von Anfang an konsequente und einfühlsame Erziehung das A und O. An den Umgang mit Fremden und anderen Hunden müssen sie langsam und mit Geduld herangeführt werden. Häufig gibt es bei doggenartigen Hunden Probleme mit der Unterordnung. Zu diesem Hundetyp zählt unter anderem der Boxer und die Deutsche Dogge.

Gesellschaftshunde
Die Zucht von Gesellschaftshunden erfolgte immer schon vor dem Hintergrund, Hunde zu züchten, die alleine durch ihre Anwesenheit eine Bereicherung für das Leben des Menschen darstellen. Bei vielen Hunderassen wurde es dabei allerdings auch übertrieben: So gibt es Gesellschaftshunde mit übermäßig viel Fell oder gänzlich ohne Fell, mit überproportional großen Augen oder knautschigen Nasen, die teilweise die Atmung des Hundes beeinträchtigen. Dennoch gibt es eine Vielzahl von Gesellschaftshunden, die robust, gesund und charakterstark sind. In der Regel finden sich bei diesem Hundetyp ausgezeichnete Familienhunde, die durch Freundlichkeit und Gutmütigkeit zu überzeugen wissen. Zu derartigen Gesellschaftshunden gehören unter anderem Mops, Dalmatiner, King Charles Spaniel, Pudel, Französische Bulldogge oder Chihuahua.

Haus- und Hofhunde
Die Aufgabe von Haus- und Hofhunden lag immer schon in der Bewachung von Hab und Gut des Hundehalters. Hunde dieser Art zeichnen sich durch ihre besondere Wachsamkeit, die bis zum ausgeprägten Schutztrieb reichen kann, aus. Haus- und Hofhunde neigen außerdem in der Regel kaum zum Streunen oder Wildern. Viele Vertreter dieser Gruppe zeigen sich sehr anhänglich, gut erziehbar und temperamentvoll. Oft bringen Haus- und Hofhunde auch beste Voraussetzungen für den Hundesport mit. Den Haus- und Hofhunden werden unter anderem Dobermann, Spitz, Pinscher, Schnauzer, Hovawart oder Leonberger zugeordnet.

Hirtenhunde
Die Aufgabe der Hirtenhunde bestand früher darin, die Viehherden vor Raubtieren und Dieben zu schützen. Hirtenhunde eignen sich nur bedingt als Familienhunde, da sie über ein ausgeprägtes Rangordnungsbewusstsein verfügen und deshalb eine konsequente Erziehung und Durchsetzungsvermögen unerlässlich sind. Einige Hirtenhunde sind unberechenbar scharf, was große Probleme mit sich bringen kann. Kuvasz und Komondor sind Hunderassen, die zu den Hirtenhunden gehören.

Hütehunde
Hütehunde fungieren als „rechte Hand“ des Hirten. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Hirten sind sie daher sehr menschenbezogen. Hütehunde zeichnen sich durch eine hohe Intelligenz sowie eine ausgeprägte Lernwilligkeit und Lernfähigkeit aus. Sie besitzen die Bereitschaft zur Unterordnung, was die Erziehung dieser Hunde meist relativ einfach macht. Häufig ist der Schutztrieb der Hütehunde jedoch (zu) stark ausgeprägt. Dennoch eignen sich viele Hütehunderassen ideal als Familienhund oder Begleithund. Außerdem erweisen sie sich als optimale Gefährten im Hundesport. Den Hütehunden werden unter anderem der Deutsche Schäferhund, der Briard, der Sheltie, der Border Collie und der Collie zugerechnet.

Jagdhunde
Es gibt viele verschiedene Spezialisten bei den Jagdhunden, die für die unterschiedlichen Arten der Jagd, unterschiedliche Beutetiere und unterschiedliche Lebensräume gezüchtet wurden. Klassische Jagdgebrauchshunde wie Deutsch Drahthaar oder Weimaraner sollten nur von Jägerhand gehalten werden. Andere Jagdhunde wie Spaniels oder Setter geben auch sehr gute Familien- und Haushunde ab, wenn sie konsequent erzogen werden. Die Gruppe der Retriever (Labrador, Golden Retriever…), die für eigens für das Apportieren (engl. retrieve = heranbringen) von geschossenem Wild gezüchtet wurden, sind hervorragend als Familienhunde geeignet. Weitere Hunderassen, die auch zu den Jagdhunden gezählt werden, sind unter anderem Dackel, Basset oder Beagle.

Schlittenhunde
Der Jagdtrieb ist bei den Schlittenhunden sehr ausgeprägt. Schutztrieb und Wachsamkeit hingegen kaum vorhanden. Die Erziehung von Schlittenhunden ist relativ schwierig. Die meisten Hunderassen dieses Typs können auch nur schlecht in Einzelhundehaltung gehalten werden. Wer über die Anschaffung eines Schlittenhundes nachdenkt, sollte dieses nur in Erwägung in ziehen, wenn er wirklich mit dem Hund bzw. mit den Hunden arbeiten will. Zu den Vertretern der Schlittenhunde gehören unter anderem der Sibirische Husky, der Samojede oder der Alaskan Malamute.

Terrier
Die Terrier wurden in erster Linie zur unterirdischen Bekämpfung von Raubzeug (Mäuse, Ratten, Füchse, Dachse) gezüchtet und eingesetzt. Einige Terrier zeichnen sich Mut und Draufgängertum aus. Die meisten Terrierrassen sind jedoch absolut umgänglich und liebenswert, erweisen sich als robust, intelligent, lernfähig, temperamentvoll und wachsam. Bekannte Terrier sind Airedale Terrier, Yorkshire Terrier, West Highland White Terrier, Bull Terrier oder Fox Terrier.

Treibhunde
Die Hauptaufgabe der Treibhunde bestand (wie der Name erkennen lässt) im Treiben der Viehherden. Hunderassen, die zu den Treibhunden zählen, zeichnen sich durch Robustheit, Ausdauer, Wehrhaftigkeit, Lernfähigkeit und Temperament aus. Rottweiler, Bobtail, Bernhardiner, Neufundländer und Berner Sennenhund sind unter anderem Hunderassen, die dem Hundetyp der Treibhunde entsprechen.

Windhunde
Allen Windhunden gemein ist die Leidenschaft zum Hetzen. Früher wurden diese Hunde eigens für Hetzjagden gezüchtet. Bei den Windhunderassen gibt es sehr große Unterschiede was das Wesen angeht. So zeigen sich eine Windhunde sehr menschenbezogen und gehorsam, während andere Windhunde über eine hohe Selbstständigkeit verfügen und sich die Erziehung deshalb etwas schwieriger gestaltet. Wenn der Hetztrieb der Windhunde geweckt wird, vergisst allerdings auch der besterzogenste Windhund alles um sich herum. In der Hundehaltung sind die Windhunde sehr anspruchsvoll, da sie sehr viel Bewegung brauchen und beinahe niemals von der Leine gelassen werden können. Hunderassen, die zum Hundetyp der Windhunde gerechnet werden, sind unter anderem Whippet, Barsoi, Saluki, Afghane und Greyhound.

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